Grußwort anlässlich des Neujahrsempfangs in der Trinkkurhalle

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
sehr geehrte Gäste,

auch ich begrüße Sie herzlich zu unserem Neujahrsempfang und freue mich, dass Sie so zahlreich erschienen sind.

Zum Jahreswechsel ist es gute Tradition, die Ereignisse des vergangenen Jahres Revue passieren zu lassen und den Blick auf die Zukunft zu richten. Der Blick zurück zeigt uns, dass wir mit unserer Leistungsbilanz einverstanden sein können. Wir wollen uns das Erreichte des vergangenen Jahres nochmals vor Augen führen. Aus vielen Gesprächen in den Bürgersprechstunden, den Gesprächen beim Einkauf, beim Sport, am Strand oder in den Zukunftswerkstätten im Rahmen des Ortsentwicklungsprozesses, weiß ich, dass viele Bürgerinnen und Bürger mit der umfassenden Entwicklung unserer Gemeinde zufrieden sind und sich hier in Timmendorfer Strand sehr wohl fühlen.

Und ich habe auch gehört, dass es einigen unter uns mit der Entwicklung manchmal nicht schnell genug geht. Anderen widerum fehlt das eine oder andere noch oder noch anderen ist es auch schon zu viel. So ist es nun mal im Leben: Es allen recht zu machen, ist eines der schwierigsten Dinge.

Timmendorfer Strand hat sich auch in diesem Jahr immer mehr zu einer stabilen starken Gemeinde mit der Angebotsvielfalt und Infrastruktur einer lebhaften größeren Stadt entwickelt und sich dennoch den Charme eines Ostseestrandbades erhalten.

Wichtige Grundlage zur Gestaltung der Zukunft ist die positive Entwicklung unseres Gemeindehaushalts. Der Haushalt mit einem Volumen von gut 23,5 Millionen € ist ausgeglichen. Insbesondere die Steuereinnahmen bei  Einkommens- und Umsatzsteuer sowie im Bereich der Zweitwohnungssteuer haben sich um über 500.000 € auf fast 14,8 Million € gesteigert

Im Bereich der touristischen Infrastruktur hat die Gemeinde neben einer Vielzahl von kleineren Maßnahmen nunmehr auch den 2. und 3. Bauabschnitt des gerne genutzten Stegs zum Brodtener Steilufer abgeschlossen.

Bei der Straßensanierung hat die Gemeinde den 1. Bauabschnitt der Strandallee sowie den 1. Bauabschnitt der Rodenbergstraße fertiggestellt.

Durch die Neugestaltung des alten Sydow-Parkplatzes und der Anbindung an die Bundesstraße B76 wird die Infrastruktur von Niendorf/Ostsee dieses Jahr durch die Fertigstellung des neuen Lebensmittelmarktes vervollständigt.

Ja, meine Damen und Herren, wir können stolz zurückblicken, dürfen uns aber nicht zurücklehnen! Denn die Entwicklung geht weiter. Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, haben uns den Auftrag gegeben, uns um die Herausforderungen der Zukunft zu kümmern und dabei die Bedürfnisse aller Bürgerinnen und Bürger zu berücksichtigen. So haben wir im letzten Jahr zahlreiche wichtige Projekte fertig gestellt oder begonnen, die unsere Lebensqualität auch in Zukunft verbessern.

Dorfgemeinschafts-und Feuerwehrgerätehäuser:

Als Beispiel möchte ich die Bauvorhaben der Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrgerätehäuser nennen, die ein wichtiger Bestandteil gesellschaftlichen Lebens sind:

Das Richtfest des Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrgerätehauses in Groß Timmendorf feiern wir nun am 26. Januar 2018. Hierzu lade ich Sie alle recht herzlich ein. Die Fertigstellung des Gebäudes ist für den Herbst dieses Jahres geplant. Die Baukosten betragen ca. 1.500.000 EUR, hiervon sind 750.000 EUR Landesförderung.

Die Planung für den Neubau des Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrgerätehauses in Hemmelsdorf hat 2017 das Architekturbüro Bever aus Timmendorfer Strand übernommen. Die finale Planungsphase mit den beteiligten Fachingenieuren und dem Architekten wird nun Anfang des Jahres abgeschlossen. Im Ausschuss für Bauen, Energie und Umwelt werden wir die Planung am 25. Januar vorstellen.

Eine ganze Reihe weiterer Projekte und Baumaßnahmen werden uns in diesem Jahr begleiten. Unter anderem sind große Maßnahmen wie der Neubau der Maritim-Seebrücke, die Sanierung des Eissport- und Tenniscentrums, die Ausbaggerung des Niendorfer Hafens sowie der Beginn des 2. Bauabschnittes des Buhnenbaus vom Hafen bis zur Seeschlösschen-Seebrücke bereits in Vorbereitung.

Touristisches aus Entwicklungskonzept:

Im kommenden Jahr wollen wir auch das touristische Ortsentwicklungskonzept vorantreiben.

Mit dem Konzept schaffen wir uns ein planerisches Instrument, das als Grundlage für die künftige Entwicklung der Gemeinde dient. Das Konzept gibt den Rahmen vor, wie sich die Gemeinde städtebaulich und touristisch in den kommenden 15 Jahren entwickeln soll. Untersucht wird dabei das gesamte Gemeindegebiet.

Das Ergebnis gibt uns Auskunft darüber, wie in der Gemeinde die Qualität des Lebens und Arbeitens verbessert werden kann und wie sich der Ort als Tourismusziel standortgerecht entwickeln sollte.

Das Konzept ermöglicht es der Gemeinde Timmendorfer Strand, ihre allgemeinen kommunalen Ziele zu benennen sowie ihre Handlungsmöglichkeiten für die zukünftige städtebauliche Planung und Projektentwicklung darzustellen.

Die Entwicklung des Konzeptes wurde durch einen “Bürgerdialog“ begleitet, nämlich einer öffentlichen Veranstaltung, verschiedenen Themenabenden und einer Kinder- und Jugendbefragung. Alle Einwohnerinnen und Einwohner, Vereine und Verbände sowie die Kinder und Jugendlichen hatten also die Möglichkeit, maßgeblich an der künftigen Entwicklung unserer Gemeinde mitzuarbeiten.

Die Auswertung der Ergebnisse aus den angebotenen Zukunftswerkstätten und den Befragungen findet derzeit statt. Sie werden auf der Homepage unserer Gemeinde veröffentlicht und können dort von Ihnen abgerufen werden. Das Ergebnis präsentiere ich Ihnen wiederum im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung am 12. März 2018 als unser Leitbild für Timmendorfer Strand!

Schienenhinterlandanbindung FFBQ

Ein wichtiges Thema im neuen Jahr wird für unsere  Gemeinde als Tourismusort die Feste Fehmarnbeltquerung und die dazugehörige Hinterlandanbindung bleiben.

Das Ergebnis des Raumordnungsverfahrens ergab die Variante „2+0„ – also eine zweigleisige Neubaustrecke im Bereich der Bäderorte.

Verkehrsminister Dr. Buchholz gab am 03.11.2017 bekannt, dass die Realisierung und Finanzierung der sogenannten „2+1-Variante“ mit dem Erhalt der touristisch wichtigen Bäderbahn sich angeblich nicht wirtschaftlich darstellen lässt.

Fakt ist jedoch, dass unsere Gemeinde weiterhin bestmöglich im öffentlichen Infrastrukturnetz angeschlossen bleiben muss. Die Erreichbarkeit unserer Gemeinde für Berufspendler wie Tagesgäste ist sicherzustellen. Hierzu werden wir geschlossen die Forderungen klar und deutlich an das Land und dem Kreis richten.

Inklusion

Zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention beabsichtigt unsere Gemeinde, einen „Aktionsplan Inklusion“ zu entwickeln.

Ziel ist es, dass alle Menschen mit und ohne Behinderung, unabhängig ihres Alters, Geschlechtes oder ihrer Herkunft willkommen sind und ohne Barrieren am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

Um dieses Ziel erreichen zu können, ist zunächst eine Bestandsaufnahme von Barrieren im öffentlichen Raum erforderlich. Die eingesetzte Lenkungsgruppe Inklusion hat hierfür einen Fragebogen entwickelt, der im gesamten Gemeindegebiet verteilt wurde.

So können alle Bürgerinnen und Bürger auf einfache Weise Barrieren und Hindernisse im Gemeindegebiet melden. Im übrigen fanden bereits Ortsbegehungen in den meisten Gemeindeteilen statt. Eine Begehung im Zentrum von Timmendorfer Strand wird folgen. Denn eine Problemstellung kann nur dann beseitigt werden, wenn sie bekannt ist!

Dieses Verfahren wird von der Lebenshilfe Ostholstein e.V., insbesondere von Frau Middendorf, begleitet. Für ihr Engagement und das vieler anderer Bürgerinnen und Bürger möchte ich mich an dieser Stelle bedanken.

Ich persönlich werde mit meiner ganzen Kraft dafür eintreten, dass der Aktionsplan fertiggestellt und im Rahmen der Möglichkeiten gelebt und umgesetzt wird.

Denn Barrierefreiheit ist für 10% der Bevölkerung unentbehrlich, für 40 % notwendig und für 100 % komfortabel und kann daher ein absolutes Qualitätsmerkmal für unsere Gemeinde werden.

Stärkung der Schulstandorte – Kindertageseinrichtungen

Um aktives Handeln geht es auch bei den Schulstandorten und Kindertageseinrichtungen.

Auch zukünftig müssen die Schulstandorte weiterentwickelt und attraktiv gehalten werden.

So entwickelte am Ostsee-Gymnasium das Landschaftsarchitekturbüro Schlie unter Einbindung der Schülerinnen und Schüler neue Gestaltungskonzepte. Der Schulhof soll zum Sommer fertiggestellt werden.Die Kosten werden auf 256.000 € geschätzt.

Im Sommer 2017 wurde der Sportplatz am Ostsee-Gymnasium in einen Naturrasenplatz umgewandelt. Sofern das Wetter mitspielt, kann der Sportplatz im Juni 2018 wieder genutzt werden. Eine neue Spritzbeschichtung für die Laufbahn wird ebenfalls noch in diesem Frühjahr durchgeführt. Kosten: ca. 520.000 €

Auch personell sind wir gut aufgestellt. In all unseren Schulen sind Schulsozialpädagogen und schulsozialpädagogische Assistenzkräfte sowie im  Bereich der Offenen Ganztagsschule Honorarkräfte beschäftigt.

Auch zukünftig werden die Kindergartenplätze und Betreuungsangebote bedarfsorientiert erweitert.

Die Verwirklichung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist der Gemeinde Timmendorfer Strand ein wichtiges Anliegen. Von daher hat die Gemeinde sich zum Ziel gesetzt, bedarfsgerechte Betreuungsangebote im Bereich der Kindertagesstätten und der Schulkinderbetreuung zu organisieren.

Im vergangenen Jahr wurde von vielen Eltern der Wunsch nach einer Erweiterung der nachschulischen Betreuung an die Gemeinde herangetragen. Nach vielen Gesprächen mit Eltern, Schulleitung und Beratungen in politischen Gremien wurde für die zukünftige Schulkinderbetreuung ein Kriterienkatalog entwickelt, der dann Basis für eine beschränkte Ausschreibung bildete. Nach Beratung und Beschlussfassung hat die Gemeindevertretung in ihrer Sitzung am 13.12.2018 dem Vertragsabschluss über eine erweiterte Schulkinderbetreuung an der Grund- und Gemeinschaftsschule Timmendorfer Strand mit der Perspektive Bildung gGmbH, Rendsburg, zugestimmt.

Mit dem Vertragsbeginn am 01.05.2018 verspricht sich die Gemeinde eine deutliche Verbesserung der Betreuungssituation an der Grund- und Gemeinschaftsschule Timmendorfer Strand einschließlich der Außenstelle in Niendorf.

Meine Damen und Herren, zum Abschluss meiner Rede möchte ich auf die erfreuliche Entwicklung des Wohnungsneubaus in unserer Gemeinde eingehen. Wir lösen damit unser Versprechen ein, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Mit dem Abschluss der inneren Erschließung des Neubaugebietes „Blumenkoppel“ können ab Frühjahr diesen Jahres die ersten Familien mit Kindern ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen.

In diesem Baugebiet entstehen insgesamt 41 Grundstücke für Einfamilienhäuser sowie 2 Grundstücke für Mehrfamilienhäuser mit rund 70 Mietwohnungen. Die notariell beurkundeten Kaufverträge sind im großen Umfang bereits abgeschlossen, und die ersten Familien haben ihre Bauanträge der Verwaltung bereits vorgelegt.

Wie groß der Bedarf ist, zeigt die Tatsache, dass sich auf die 41 Grundstücke über 200 Familien beworben haben.

Wir müssen also weitere bezahlbare Neubaugebiete erschließen, wenn wir eine wachsende Gemeinde mit jungen Familien bleiben wollen. Familien mit Kindern sind die Voraussetzung für die Bestandssicherung unserer Schulen.

Und auch die nachhaltige Versorgung des Fachpersonals in der Hotellerie und der Gastronomie mit bezahlbarem Wohnraum ist die Grundvoraussetzung für eine florierende Weiterentwicklung des Tourismus.

Um diesen unabweisbaren Wohnungsbedarf auch in Zukunft abdecken zu können, besteht zwischen Ehrenamt und Verwaltung Konsens darüber, dass wir weitere für die Wohnbebauung geeignete Flächen erwerben wollen.

Und so freue ich mich, dass ich das neue Jahr gleich mit einem Neujahrsgeschenk beginnen kann. Der Verwaltung ist gelungen, das knapp 6 ha große Grundstück hinter dem Sportplatz in Niendorf käuflich zu erwerben.

Damit können wir das Neubaugebiet Hermann-Kröger-Straße“ weiterentwickeln. Bedanken möchte ich mich bei meinem Vertragspartner für die kooperative Zusammenarbeit und bei meinem Team im Rathaus für die schnelle und zielstrebige Umsetzung.

Am 28.12.2017 habe ich den notariellen Kaufvertrag über das neue Grundstück zur Schaffung von Wohnraum unterzeichnet. Der Kaufvertrag ist selbstverständlich unter dem Genehmigungsvorbehalt der Gemeindevertretung abgeschlossen.

Verwaltungsseitig werden wir die haushalterischen Voraussetzungen zum nächsten Fachausschuss vorbereiten und zur Beratung und Beschlussfassung in die Gremien geben.

Sobald die Genehmigung zum Kaufvertrag vorliegt, werden wir das Bauleitverfahren anschieben, so dass 2020 das nächste Wohnbaugebiet ein „zu Hause“ für weitere Familien bietet.

Soweit zu meinen Plänen für das neue Jahr.

Ihnen allen wünsche ich viel Freude, Erfolg und vor allem Gesundheit im neuen Jahr. Mögen alle Ihre Pläne und Erwartungen in Erfüllung gehen.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

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